In der Werkstatt fallen rund um Reifen viele Begriffe, die für Autofahrer oft unverständlich sind.
In diesem Reifen-ABC erkläre ich typische Begriffe aus dem Werkstattalltag so einfach es geht.
A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
A
Auswuchten
Beim Auswuchten wird das Rad so ausbalanciert, dass es sich gleichmäßig dreht.
Dabei werden kleine Gewichte an der Felge angebracht, um Unwuchten auszugleichen.
Ist ein Rad nicht richtig ausgewuchtet, kann es zu Vibrationen im Lenkrad oder im Fahrzeug kommen – besonders bei Geschwindigkeiten von 80 – 130km/h, dies ist die unruhigste Phase eines Reifens.
D
DOT Code
Der DOT-Code steht auf der Seitenwand des Reifens und enthält Informationen über die Herstellung des Reifens. Die letzten vier Ziffern geben an, in welcher Woche und in welchem Jahr der Reifen produziert wurde.
Mehr zum DOT Code, wie man ihn findet und liest, findest du hier.
Drehmoment
Das Drehmoment gibt an, mit welcher Kraft Radschrauben oder Radmuttern angezogen werden müssen. Es wird in Newtonmeter (Nm) angegeben.
Damit die Felge sicher befestigt ist, sollten Radschrauben immer mit einem Drehmomentschlüssel und dem vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden.
Werden Radschrauben zu locker oder zu fest angezogen, kann sich die Felge lösen oder die Schrauben können beschädigt werden.
G
Gewebebruch
Ein Gewebebruch entsteht, wenn die inneren Gewebeschichten eines Reifens beschädigt werden. Dadurch kann sich an der Reifenflanke eine sichtbare Beule bilden.
Ursachen können zum Beispiel starke Schläge gegen Bordsteine oder tiefe Schlaglöcher sein.
Die Beule entsteht dabei nicht immer genau an der Stelle, an der der Reifen beschädigt wurde. Gelangt Luft zwischen die Gewebeschichten des Reifens (z.B. auch durch einen Schaden auf der Lauffläche (Schraube etc.)), sucht sie sich oft den einfachsten Weg und tritt häufig an der Seitenwand als Beule hervor.
Ein Gewebebruch kann jedoch auch direkt auf der Lauffläche des Reifens auftreten.
Ein Reifen mit Gewebebruch sollte nicht weiter gefahren werden, da die Stabilität des Reifens stark beeinträchtigt ist und ein plötzlicher Reifenschaden während der Fahrt drohen kann.
F
Felgenschloss
Ein Felgenschloss ist eine spezielle Radschraube oder Radmutter, die nur mit einem passenden Schlüssel gelöst werden kann.
Es wird verwendet, um Felgen vor Diebstahl zu schützen. Beim Radwechsel muss deshalb immer auch der passende Schlüssel für das Felgenschloss vorhanden sein.
K
Kegelkonus
Beim Kegelkonus ist die Auflagefläche der Radschraube kegelförmig. Diese Bauform sorgt dafür, dass die Felge beim Festziehen der Schrauben automatisch zentriert wird.
Wichtig ist, dass auch die Felge eine passende kugelförmige Aufnahme besitzt. Nur wenn Schraube und Felge den gleichen Konus haben, kann die Felge korrekt und sicher befestigt werden.
Werden falsche Radschrauben verwendet, kann sich die Felge lösen oder beschädigt werden.
Kombinationsbereifung
Von Kombinationsbereifung spricht man, wenn an einem Fahrzeug vorne und hinten unterschiedliche Reifengrößen montiert sind.
Das kommt vor allem bei sportlichen Fahrzeugen vor. Häufig sind die Hinterreifen dabei breiter als die Vorderreifen, um mehr Traktion zu ermöglichen.
Kugelkonus
Beim Kegelkonus ist die Auflagefläche der Radschraube kegelförmig. Diese Bauform sorgt dafür, dass sich die Felge beim Festziehen der Schrauben automatisch zentriert.
Auch hier ist wichtig, dass die Felge eine passende kegelförmige Aufnahme besitzt. Nur wenn Felge und Schraube den gleichen Konus haben, sitzt die Felge korrekt und sicher auf der Radnabe.
Werden falsche Radschrauben verwendet, kann sich die Felge lösen oder beschädigt werden.
N
Nabendeckel
Der Nabendeckel sitzt in der Mitte der Felge und deckt die Radnabe optisch ab. Neben der optischen Funktion schützt er die Radnabe auch vor Schmutz und Feuchtigkeit.
O
Oxidiert (Alufelge)
Wenn eine Alufelge oxidiert ist, hat sich an der Oberfläche eine Oxidschicht gebildet. Das passiert meist durch Feuchtigkeit, Salz oder Beschädigungen der Lackschicht.
Starke Oxidation kann dazu führen, dass der Reifen an der Felge nicht mehr richtig abdichtet und langsam Luft verliert.
P
Profiltiefe
Die Profiltiefe beschreibt, wie tief das Profil eines Reifens ist.
Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm.
Aus Sicherheitsgründen empfehlen Experten jedoch:
Sommerreifen ab etwa 3 mm und Winterreifen ab etwa 4 mm zu ersetzen.
Die Profiltiefe wird in der Praxis meist mit einem sogenannten Profiltiefenmesser gemessen.
R
Radkappe/Radzierblende
Radzierblenden – oft auch Radkappen genannt – sind Abdeckungen, die auf Stahlfelgen montiert werden. Sie dienen hauptsächlich der Optik und lassen einfache Stahlfelgen hochwertiger aussehen.
Zusätzlich schützen sie die Radschrauben und die Radnabe vor Schmutz und Witterung.
Auch bei Alufelgen kommen teilweise Abdeckungen zum Einsatz. Diese haben oft aerodynamische Gründe und können dabei helfen, den Luftwiderstand zu reduzieren und so den Verbrauch oder die Reichweite zu verbessern.
Radzierblenden haben keine technische Funktion für die Fahrsicherheit und können bei Bedarf jederzeit entfernt oder ersetzt werden.
RDKS
RDKS steht für Reifendruckkontrollsystem. Dieses System überwacht den Luftdruck der Reifen und warnt den Fahrer, wenn ein Reifen zu wenig Druck hat.
Man unterscheidet zwischen direkten und indirekten Systemen. Direkte Systeme messen den Reifendruck über Sensoren im Rad, während indirekte Systeme den Druckverlust über die Raddrehzahl erkennen.
Hier findest du mehr über das Thema RDKS.
T
Traktion
Traktion beschreibt die Haftung eines Reifens auf der Fahrbahn. Sie bestimmt, wie gut ein Fahrzeug beim Beschleunigen die Kraft auf die Straße übertragen kann.
Ist die Traktion schlecht – zum Beispiel bei Schnee, Eis oder nasser Fahrbahn – können die Räder durchdrehen und das Fahrzeug verliert schneller die Kontrolle.
Reifenprofil, Gummimischung und Fahrbahnbedingungen haben großen Einfluss auf die Traktion eines Reifens.
V
Ventil
Über das Ventil wird der Reifen mit Luft befüllt und der Reifendruck eingestellt. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Luft im Reifen bleibt.
Ist das Ventil beschädigt, kann der Reifen nach und nach Luft verlieren.
Man unterscheidet zwischen Gummiventile, Metallfussventile (Mix aus Gummi und Metall) und Schraubventile.
Ventilkappe
Die Ventilkappe wird auf das Ventil des Reifens geschraubt. Sie schützt das Ventil vor Schmutz, Feuchtigkeit und Korrosion.
Fehlt die Ventilkappe, kann dies auch zu einem geringen Mangel bei der Hauptuntersuchung (TÜV) geben.